SBB Historic: Zurück in die 30er

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 17. März 2024 veröffentlicht.

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Typenbild des SBB Historic Stahlwagens AB4 2856. / Quelle: SBB Historic

Seit der Gründung von SBB Historic im 2001 ruhen in der Sammlung elf historische Wagen aus den 1930er-Jahren. Hierbei handelt es sich um eine Vielzahl von Personenwagen für die 1., 2. und 3. Klasse sowie einen luxuriösen «Pullman»-Salonwagen, einen Speisewagen, einen Gepäckwagen und einen Postwagen.

Nach Jahren des Stillstands sollen diese wieder zum Leben erweckt werden. Das Ziel: Den ganzen Zug im Stil der 30er Jahre vollständig zu restaurieren, um die Öffentlichkeit auf eine Reise in die Vergangenheit mitzunehmen. Doch dafür ist eine aufwändige Sanierung nötig. Die Drehgestelle müssen überholt, die Wagenkästen renoviert und die Abteile wiederhergestellt werden. Rost muss entfernt, die Wagen neu lackiert und die Radsätze komplett neu gefertigt werden.

Das Projekt wurde im Frühling 2024 gestartet. Zuerst wurde in Winterthur das Depot dafür vorbereitet. Danach wurden in Zusammenarbeit mit der Firma Historic Rail Services (HRS) die ersten Schritte unternommen, um den ersten Wagen, den AB4 2856, zum Leben zu erwecken. Die Arbeiten am Wagen begannen im März 2024.

Der SBB Historic AB4 2856 wurde am 15. März 2024 von Olten nach Winterthur überführt:

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Die SBB Historic Ae 3/6 II 10439 überführte am 15. März 2024 den Stahlwagen AB 2856 von Olten nach Winterthur, wo er einer Revision unterzogen wird. / Quelle: Nicolas Leutenegger

Nach der Schadstoffbeseitigung bei Historic Rail Services in Winterthur wurde der Wagen per Strassentransport erfolgreich nach Arquata Scrivia in Italien, in eine Werkstätte der Fondazione FS Italiane, überführt. Dort wird der Wagen umfassend saniert und technisch überholt. Geplant sind unter anderem eine Neulackierung, die Revision des Fahrwerks, die Überprüfung der Radsätze sowie die Erneuerung der gesamten elektrischen Anlagen.

Für die vollständige Umsetzung des Projekts ist SBB Historic auf Sponsoren, Spenden und Gönner:innen angewiesen.

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3 Kommentare

  1. Ein guter Anfang zu einem schönen, historisch korrekten Schnellzug mit schweren Stahlwagen aus den 1930er Jahren vor dem Aufkommen der Leichtahlwagen, der hinter einer ganzen Reihe historischer Elektroloks, wie z.B. der legendären Ae4/7, ein prächtiges Bild machen wird. Dadurch wird hoffentlich auch das Bewusstsein in der Museumsbahnszene und bei den Eisenbahnfans geweckt, dass es jammerschade ist, schöne Schweizer Loks vor irgend welche zusammengebastelte Wagen mit schauderhaft bunten Lall-Gröhl-Freude-herrscht-Phantasieanstrichen oder unpassende ausländische Wagen zu spannen. Es gibt da Dinge zu sehen, die einem die Haare auch ohne Gel senkrecht vom Kopf abstehen lassen. Ein Beispiel dafür ist der Amor-Express, eine absolute rollende Schauderhaftigkeit, der hinter der tollen BT Eb 3/5 von J.A. Maffei München einfach nur völlig beschissen aussieht.

  2. ….es wäre an der hohen Zeit, diese Maschine mit ihrem seit der Offenburger-Aktion – also seit VIELEN Jahrzehnten! – in konsequentem „Deutsch“ gehaltenen Kitsch-Outfit mit rotem Umlauf, roten Rädern etc. endlich wieder – am besten in den SBB-Zustand – zurückzuversetzen. Die Maschine wäre nicht nur schöner/authentischer, sondern würde auch wieder passen zu den andern vorhandenen CH-Dampfloks.

    Und das mit vergleichsweise sehr geringem Aufwand.

  3. Absolut gleicher Meinung, aber von der Substanz her ist die BT Eb 3/5 unbestreitbar einen tolle Maschine, aber sie müsste unbedingt «abgeschminkt» werden, damit ihre Eleganz voll zur Geltung kommen kann. In dieser Hinsicht ist sie durchaus ein ebenbürtiges Tenderlokpendant zur legendären S 3/6 der KBayStB ebenfalls von J.A. Maffei in München. Auch diese hatten zur Länderbahnzeit schwarze Räder.

    Wie chic die BT Eb 3/5 mit dem historisch korrekten Anstrich aussehen könnte, zeigt ein Messingkleinserienmodell in HO, das ein guter Freund von mir auf schwarze Räder und Umläufe mit einer Blaublech-Kesselverkleidung umlackieren liess.

    Ich selbst habe ein Modell der kleinen GB F2 Nr. 11 in HO nach dem Reglement der Tessiner Talbahnen in Dunkelgrün/Schwarz umlackieren und mit Details ergänzen lassen. Auch das sieht um Vieles besser aus als das Vorbild mit dem schrill-bunten Phantasieanstrich mit den unschweizerisch roten Räder im Verkehrshaus in Luzern.

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