SBB Züge fahren ab 2025 mit 100% erneuerbarem Bahnstrom

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Giruno am Zugersee_Stadler Rail Group
Ein SBB Giruno, der Stadler-Produktfamilie SMILE, fährt dem Zugersee entlang. / Quelle: Stadler

Ab dem 1. Januar 2025 verkehren die Züge der SBB mit Bahnstrom, der zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen stammt. Der grösste Teil davon ist wie bisher Strom aus Wasserkraft, der Rest erneuerbarer Strom, welchen die SBB am Markt beschafft. Die Umstellung auf 100 Prozent erneuerbaren Bahnstrom ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie der SBB.

Die Kundinnen und Kunden der SBB reisen ab dem 1. Januar 2025 noch umweltfreundlicher als bisher. Denn ab dann verkehren die Züge der SBB mit Bahnstrom, der vollständig aus erneuerbaren Quellen stammt und mit entsprechenden Herkunftsnachweisen zertifiziert ist.

Bisher wurden rund 90 Prozent des Bahnstroms aus Wasserkraft gewonnen, die restlichen rund 10 Prozent stammten aus einer Kernenergiebeteiligung aus den 1970er-Jahren. Den Strom aus dieser Beteiligung nutzt die SBB neu nicht mehr für den Bahnbetrieb, sondern verkauft ihn am Strommarkt. Gleichzeitig beschafft sie am Markt die entsprechende Menge an erneuerbarem Strom aus der Schweiz und dem restlichen Europa.

Zug seit jeher klimafreundliches Verkehrsmittel

Bahnfahren ist seit jeher umweltfreundlich: So ist der Zug – neben dem Langsamverkehr – das klimafreundlichste Verkehrsmittel. Zugfahren verursacht lediglich 0,3 Prozent des CO2-Ausstosses des gesamten Verkehrs in der Schweiz. Für 17 Prozent des Personen- und 38 Prozent des Güterverkehrs benötigt die Bahn nur 5 Prozent der in der Schweiz vom Landverkehr verbrauchten Energie.

Schritt zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele

Die Umstellung auf 100 Prozent erneuerbaren Bahnstrom ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie der SBB. Ziel der SBB ist es, einen Beitrag zum Pariser Klimaabkommen zu leisten und die betrieblichen Treibhausgasmissionen gegenüber 2018 bis 2030 zu halbieren. Bis 2040 will die SBB über 90 Prozent Treibhausgasemissionen einsparen. Um diese Ziele zu erreichen, spart die SBB Energie, setzt auf erneuerbare Energien sowie Kreislaufwirtschaft und ersetzt klimaschädliche technische Gase durch klimafreundlichere Alternativen wie umweltfreundlichere Kältemittel für die Klimatisierung von Zügen.

Herkunftsnachweise für erneuerbaren Strom

Bei der Stromproduktion werden sogenannte Herkunftsnachweise generiert, welche die Herkunft des erzeugten Stroms garantieren und später für die Stromkennzeichnung verwendet werden. Der Hauptzweck der Herkunftsnachweise ist es, gegenüber den Endverbrauchern, Kundinnen und Kunden Transparenz zu schaffen. Sämtlicher Bahnstrom, welcher für den Betrieb des Schweizer Bahnsystems eingesetzt wird, verfügt ab 2025 über Herkunftsnachweise für erneuerbaren Strom.


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Meinung

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6 Kommentare

      • Vielen Dank für diesen Hinweis.

        Bemerkenswert sind darin die Beschlüsse der SBB zu Energieeinsparmaßnahmen:
        „…unter anderem die Tempo-Reduktion im Gotthardbasistunnel, die Temperatur-Senkung im Fahrgastraum der Züge“

        Der Fahrgast fragt sich allerdings, warum Züge z.B. keine Energiespeicher oder Wärmepumpen mit an Bord führen, um die Heiztemperatur ohne zusätzliche Netzbelastungsspitzen auf Niveau zu halten.
        Ebenso wundert den Fahrgast, dass der Bahnbetrieb bei Strommangellage notfalls eingestellt werden muss. Dergleichen ist im oberleitungsfreien Bahnbetrieb kaum vorstellbar, da Brennstoff- und Tankanlagen als große Pufferspeicher fungieren.

        • Ja, aber Züge mit Dieselmotoren sind drei- bis viermal weniger energieeffizient als elektrische Züge und sind deutlich unterhaltsaufwändiger. Das gleiche gilt übrigens auch beim Auto, nur begreifen das noch viel zu wenige AuofahrerInnen. Die Dunkelflaute ist ein Schlagwort der vorgestrigen AKW-Lobbyisten und für ein Land mit derart vielen Pumpspeicherkraftwerken wie die Schweiz. ein sehr unwahrscheinlicher Fall.

          Was die SBB und andere ÖV Unternehmen unbedingt tun sollten ist, möglichst viele Dach- und Fassadenflächen für Photovoltaikanlagen zu nutzen deren Stromüberschüsse in den Stauseen von Pumpspeicher-Kraftwerken und dezentral in Akkupufferspeicher für den Bedarfsfall bereitgehalten werden können.

          Beispielhaft planen das die BLS beim Neubau der Halle für den Unterhalt von Triebzügen in Bönigen. Schiffahrtsunternehmen stellen ebenfalls zunehmend auf Elektro- und Hybridantriebe um, deren Akkus liessen sich sich im Winter, wenn die Schiffe saisonbedingt stillliegen, als Kurzeitspeicher für Strom aus Photovoltaikanlagen auf den grossen Werftdächern nutzen. Es gibt unzählige weitere solcher Beispiele, die umgesetzt werden könnten, statt von neuen, gefährlichen und unwirtschaftlichen AKWs zu schwurbeln. Aber auch hier gilt: Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.

          • Richtig, elektrische Bahnstrecken sind nicht nur deutlich kapitalintensiver, CO2-lastiger und unterhaltungsaufwändiger als fahrdrahtlose, sondern fallen auch häufiger aus:
            Durch Sturm, Vandalismus, Eis, Äste, Vogel- und anderen Tierstromtod, Bauplanen, Instandhaltungsmängel, Kinderballons, Lkw-Aufbauten an Bahnübergängen, Kupferdiebstahl usw.:
            Jeder Fernreisende kann ein Lied davon singen.

            Pumpspeicher liefern nur kurzzeitig Leistung, während kalte Dunkelflauten nachweislich tagelang weilen und auch schon einmal länger als eine Woche.

          • „SGV-Dampfschiff setzt auf Solartreibstoff“ schon gelesen?
            Holzpellets sind hier allerdings erheblich kostengünstiger…

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