Der Güterverkehr auf der Schiene steht vor grossen Umbrüchen. SBB Cargo baut bis Ende 2025 bereits massiv Stellen ab. Dies veranlasst transfair, Forderungen für alle betroffenen Mitarbeitenden zu stellen. Ab 2026 erhält der Einzelwagenladungsverkehr (EWLV) eine befristete finanzielle Unterstützung, und für die Automatisierung sind Bundesbeiträge vorgesehen. Daher fordert der Personalverband für den ganzen Zeithorizont der Transformation bei SBB Cargo entsprechende Mittel. Und für vom Stellenabbau Betroffene eine Anstellungsgarantie innerhalb des SBB-Konzerns.
2025 wird transfair die Transformation von SBB Cargo scharf im Blick haben: Sowohl die Umsetzung der politischen Rahmenbedingungen als auch die Neuausrichtung der organisatorischen Abläufe inklusive Personalplanung.
Greta Gysin, Präsidentin von transfair und Nationalrätin, unterstreicht:
«Damit die Veränderungen für das Personal von SBB Cargo tragbar sind, braucht es jetzt ein starkes Bekenntnis des Unternehmens zu seinen Mitarbeitenden.»
Der Schienengüterverkehr steht derzeit unter erheblichem wirtschaftlichem Druck und benötigt klare Zukunftsperspektiven. Das Parlament hat dafür Finanzmittel für den EWLV sowie für die Automatisierung gesprochen.
Sozialverträgliche Lösungen statt Kahlschlag
«Der Stellenabbau bis Ende 2025 ist bereits einschneidend. Wir fordern deshalb, dass SBB Cargo seiner sozialen Verantwortung gerecht wird und alle Möglichkeiten zur Weiterbeschäftigung im Konzern ausschöpft»
, betont Gysin.
«transfair hatte sich für unbefristete finanzielle Unterstützung sowie ein klares Verlagerungsziel von der Strasse auf die Schiene eingesetzt. Leider wurden beide Forderungen nicht unterstützt»
, bedauert Bruno Zeller, Branchenleiter öffentlicher Verkehr bei transfair.
Die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen schwächen den Service Public-Gedanken im Schienengütertransport erheblich. Für transfair ergibt sich daraus eine umso grössere Verantwortung von SBB Cargo gegenüber der Belegschaft.
Zeller zeigt sich kritisch:
«Ein voreiliger Personalabbau, der die Zukunftsperspektiven der Mitarbeitenden gefährdet, muss unbedingt vermieden werden. transfair fordert SBB Cargo auf, finanzielle Mittel für das Personal bereitzustellen.»
Modernisierung mit Augenmass
Die geplante Automatisierung, insbesondere durch die digitale automatische Kupplung, soll die Zustellung und Abholung von Güterwagen vereinfachen und effizienter gestalten. Wenn diese technischen Entwicklungen nicht abgewartet werden, besteht die Gefahr, dass kurzfristig weitere EWLV-Verkehre und Kunden verloren gehen: Die heute als kostenintensiv und personalaufwändig geltenden Verkehre werden möglicherweise vorschnell eingestellt, statt die Vorteile der Modernisierung abzuwarten. So geht Know-how verloren.
Bundesgelder für Menschen und Technik nutzen
Die ab 2026 fliessenden Bundesgelder für den EWLV und die Automatisierung müssen gezielt eingesetzt werden.
«Diese Mittel dürfen nicht ausschliesslich in technische Infrastruktur und Prozesse fliessen, sondern müssen auch direkt dem Personal zugutekommen»
, fordert Zeller.
«Wir erleben einen tiefgreifenden digitalen Wandel im Güterverkehr. Dieser Wandel kann nur erfolgreich bewältigt werden, wenn wir die Mitarbeitenden mitnehmen, ihnen Weiterbildungsmöglichkeiten bieten und sie für die neuen Anforderungen qualifizieren. Dafür braucht es neben Lippenbekenntnissen vor allem finanzielle Zusagen.»
Konkrete Forderungen von transfair |
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transfair fordert für das Personal von SBB Cargo über alle Zeithorizonte der Transformation: – Schaffung eines substanziellen Perspektiven- und Restrukturierungsfonds – Verbindliche Weiterbeschäftigungsgarantien im SBB-Konzern – Zentraler Stellenpool und umfassende Unterstützung bei der Suche nach anderen Stellen im SBB-Konzern – Gezielte Investitionen in Aus- und Weiterbildung (neue Kompetenzen oder Umschulungen) – Einmalige Aufstockung des Alterskapitals bei der Pensionskasse bei einer Pensionierung – Finanzielle Unterstützung bei flexiblem Arbeitsortwechsel |
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